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Zygoma-Implantat
Die moderne Implantologie bietet heute selbst für Patienten mit stark reduziertem Kieferknochen wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Das Zygoma-Implantat stellt dabei eine besondere Form der Zahnimplantate dar, die neue Perspektiven für Menschen eröffnet, bei denen herkömmliche Implantationsverfahren nicht mehr möglich sind. Diese speziellen Implantate werden im Jochbein verankert und ermöglichen so eine stabile Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz, selbst wenn der Kieferknochen bereits erheblich abgebaut ist.
Was ist ein Zygoma-Implantat?
Ein Zygoma-Implantat ist ein verlängertes Dentalimplantat, das nicht wie übliche Zahnimplantate im Kieferknochen, sondern im Jochbein verankert wird. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "Os zygomaticum" ab, welches das Jochbein bezeichnet. Diese Implantate sind deutlich länger als konventionelle Implantate und messen zwischen 30 und 55 Millimeter, während herkömmliche Implantate meist nur 10 bis 15 Millimeter lang sind. Die außergewöhnliche Länge ist notwendig, um durch den Oberkiefer bis in das Jochbein zu reichen, wo ausreichend Knochenmasse für eine sichere Verankerung vorhanden ist. Das Jochbein zeichnet sich durch eine hohe Knochendichte aus und wird selbst bei langjähriger Zahnlosigkeit nicht oder nur minimal abgebaut, was es zu einem idealen Verankerungspunkt macht.
Bedeutung des Zygoma-Implantats in der Zahnmedizin
Das Zygoma-Implantat hat die Behandlungsmöglichkeiten in der zahnärztlichen Implantologie grundlegend erweitert. Früher waren Patienten mit stark atrophiertem Oberkiefer auf aufwendige Knochenaufbaumaßnahmen angewiesen oder mussten mit herausnehmbarem Zahnersatz vorliebnehmen. Der Knochenaufbau im Oberkiefer, insbesondere durch Sinuslift-Verfahren, erfordert häufig mehrere operative Eingriffe und lange Einheilphasen von bis zu einem Jahr. Mit Zygoma-Implantaten kann diese langwierige Prozedur in vielen Fällen umgangen werden. Die Technik ermöglicht Zahnärzten und Implantologen, auch scheinbar aussichtslose Fälle mit festsitzendem Zahnersatz zu versorgen und somit die Lebensqualität der Betroffenen erheblich zu verbessern. Besonders in der Rehabilitation von Tumorpatienten oder nach schweren Kieferverletzungen spielt diese Implantationsform eine wichtige Rolle.
Anwendungsgebiete für Zygoma-Implantate
Das Hauptanwendungsgebiet für Zygoma-Implantate ist der stark atrophierte, also zurückgebildete Oberkiefer. Diese Situation entsteht häufig nach langjähriger Zahnlosigkeit, da der Kieferknochen ohne die natürliche Belastung durch Zahnwurzeln kontinuierlich abgebaut wird. Auch schwere Parodontalerkrankungen, die über Jahre unbehandelt blieben, können zu massivem Knochenverlust führen. Weitere Indikationen sind Tumoroperationen im Gesichtsbereich, bei denen größere Knochenabschnitte entfernt werden mussten, sowie angeborene Fehlbildungen des Oberkiefers. Patienten, bei denen konventionelle Implantate bereits versagt haben oder bei denen ein Knochenaufbau aus medizinischen Gründen nicht durchführbar ist, profitieren ebenfalls von dieser Behandlungsmethode. Auch in Fällen, in denen die Kieferhöhlen so stark ausgeprägt sind, dass für normale Implantate kein ausreichender Platz vorhanden ist, stellen Zygoma-Implantate eine sinnvolle Alternative dar.
Vorteile von Zygoma-Implantaten
Der bedeutendste Vorteil von Zygoma-Implantaten liegt darin, dass sie auch bei extremem Knochenverlust eine stabile Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz ermöglichen. Patienten können häufig bereits am Tag der Operation mit einer provisorischen Versorgung belastet werden, was die Wartezeit erheblich verkürzt. Im Vergleich zu aufwendigen Knochenaufbauten reduziert sich die Gesamtbehandlungsdauer deutlich, da keine langen Einheilphasen für transplantiertes Knochenmaterial abgewartet werden müssen. Die Erfolgsraten von Zygoma-Implantaten liegen in Studien bei über 95 Prozent, was vergleichbar mit konventionellen Implantaten ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in vielen Fällen nur zwei bis vier Implantate ausreichen, um einen kompletten Zahnbogen zu tragen, was die Behandlung kosteneffizienter macht. Zudem wird durch die Verankerung im Jochbein die bereits stark beanspruchte Kieferhöhle nicht zusätzlich tangiert.
Behandlungsablauf und wichtige Hinweise zum Zygoma-Implantat
Die Insertion von Zygoma-Implantaten erfordert spezielle chirurgische Kenntnisse und sollte ausschließlich von erfahrenen Implantologen durchgeführt werden. Vor dem Eingriff sind detaillierte dreidimensionale Röntgenaufnahmen mittels Digitaler Volumentomographie erforderlich, um die exakte Positionierung zu planen. Der operative Eingriff erfolgt üblicherweise in Vollnarkose oder tiefer Sedierung und dauert mehrere Stunden. Die Implantate werden unter präziser Berücksichtigung anatomischer Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen durch den Oberkiefer bis ins Jochbein eingebracht. Die Heilungsphase verläuft in der Regel unkompliziert, wobei Patienten mit Schwellungen und Blutergüssen im Wangenbereich rechnen müssen. Eine intensive Nachsorge und regelmäßige Kontrollen sind essentiell für den langfristigen Erfolg der Versorgung.
Fazit zum Zygoma-Implantat
Das Zygoma-Implantat repräsentiert einen wichtigen Fortschritt in der zahnmedizinischen Implantologie und eröffnet Behandlungsmöglichkeiten, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Durch die Verankerung im stabilen Jochbein können selbst Patienten mit massivem Knochenverlust im Oberkiefer mit festsitzendem Zahnersatz versorgt werden, ohne dass langwierige Knochenaufbauten notwendig sind. Die hohen Erfolgsraten und die Möglichkeit der sofortigen Belastung machen diese Technik zu einer attraktiven Option für geeignete Patienten.
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