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Befundorientierte Festzusch├╝sse von der Krankenkasse

Durch das Festzuschusssystem beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten f├╝r Zahnersatzbehandlungen. Doch die Zusch├╝sse sind nicht mehr so ├╝ppig wie sie fr├╝her einmal waren. Heute richten sich die Zusch├╝sse nach dem Befund im Gebiss des Patienten und nicht mehr an den Gesamtkosten der Zahnbehandlung. F├╝r die verschiedenen Zahnbefunde gibt es Zusch├╝sse, um die Kosten der Regelversorgung abzufedern. Erh├Âhen lassen sich die Zusch├╝sse nur noch mit einem gepflegten Bonusheft. Wer heute eine hochwertige Zahnbehandlung w├Ąhlt, muss mehr Geld aus der eigenen Tasche bezahlen.

Festzusch├╝sse beim Zahnersatz
Inhaltsverzeichnis

1.

So war es fr├╝her: Prozentuale Bezuschussung der Zahnersatzversorgung

Die etwas ├älteren unter ihnen werden sich hieran wahrscheinlich noch erinnern: Fr├╝her wurde von den gesetzlichen Krankenkassen der Zahnersatz prozentual bezuschusst. Damals wurden 60 Prozent der Gesamtkosten ├╝bernommen und wenn man das Bonusheft gepflegt hatte, erh├Âhte sich der Zuschuss sogar auf 70 Prozent oder 75 Prozent der Gesamtkosten.

Das war zwar sch├Ân, aber ungerecht, weil hochwertige Versorgungen und damit reichere Patienten h├Âhere Zusch├╝sse f├╝r Zahnersatz bekamen, als ├Ąrmere Patienten, die sich keine umfangreichen Zahnersatzversorgungen leisten konnten.

Zudem war es f├╝r die Krankenkassen und damit der Versichertengemeinschaft sehr teuer, weil die Zusch├╝sse sich nach den Gesamtkosten richteten und somit sehr hoch waren.

Es f├Ârderte auch nicht das wirtschaftliche Handeln von Patienten und Zahn├Ąrzte, denn Zahn├Ąrzte wollten hohe Rechnungen schreiben und viel Geld verdienen und Patienten st├Ârte es nicht, weil sowieso bis zu 75 Prozent der Kosten ├╝bernommen wurden. In der Zahnarztwelt nannte man diese Zeit, das ÔÇ×Goldene ZeitalterÔÇť der Zahn├Ąrzte.

2.

Seit 2005: Befundorientierte Festzusch├╝sse beim Zahnersatz

Am 01. Januar .2005 wurde die Bezuschussung von Zahnersatz durch gesetzliche Krankenkassen umgestellt. Es wurden die befundorientierten Festzusch├╝sse eingef├╝hrt. Von nun an wurde nicht mehr die Behandlung, sondern der Zahnbefund der Patienten bezuschusst.

So wurde das System umgestellt:

Damals wurde die Behandlung bezuschusst. => Heute wird der Befund bezuschusst.

2.1.

Erkl├Ąrung des Begriffs ÔÇ×befundorientierter FestzuschussÔÇť f├╝r Zahnersatz

Man kann den Begriff ÔÇ×befundorientierter FestzuschussÔÇť am besten erkl├Ąren, indem man sich die verwendeten Worte genau ansieht.

  • Das erste Wort hei├čt ÔÇ×befund-orientiertÔÇť. Das bedeutet, dass sich der Festzuschuss am aktuellen Zahnbefund des Patienten orientiert. An nichts anderem. Nur am Befund im Mund des Patienten.
  • Das zweite Wort hei├čt ÔÇ×FestzuschussÔÇť. Das bedeutet, dass der Zuschuss fest ist. Er variiert nicht. Es gibt keine anderen Faktoren, die diesen Zuschuss beeinflussen. Nicht die Therapie, nicht der Zahnarzt und auch nicht die Krankenkasse, wo man versichert ist.
2.2.

Der zahnmedizinische Befund im Zahnschema

Der Festzuschuss richtet sich nach dem Zahnbefund, also nach der Situation im Mund des Patienten. Der Befund wird vom Zahnarzt bei der zahn├Ąrztlichen Untersuchung (Anamnese) erstellt und in das Zahnschema eingetragen. Es ist der Moment, wo der Zahnarzt den Patienten untersucht und der Zahnarzthelferin diese komischen Zahlen- und Buchstabenkombinationen diktiert: 12 k, 11 f, 34 kw, 26 ww, usw.Das Ergebnis der Untersuchung wird in das Zahnschema des Heil- und Kostenplans in der Zeile ÔÇ×BÔÇť f├╝r Befund in Kleinbuchstaben eingetragen. 

F├╝r das folgende Zahnschema ist der Befund des Patienten auszugsweise so:

Oberkiefer:

  • Zahn 17 ÔÇ×) (ÔÇť ist ein L├╝ckenschluss
  • Zahn 15 ÔÇ×kÔÇť tr├Ągt eine klinisch intakte Krone
  • Zahn 25 ÔÇ×eÔÇť ist ein ersetzter Zahn

Unterkiefer:

  • Zahn 34 ÔÇ×kwÔÇť tr├Ągt eine erneuerungsbed├╝rftige Krone
  • Zahn 31 ÔÇ×wwÔÇť ist ein erhaltungsw├╝rdiger Zahn mit weitgehender Zerst├Ârung
  • Zahn 47 ÔÇ×fÔÇť ist ein fehlender Zahn
Zahnbefund im Zahnschema
Zahnbefund im Zahnschema
2.3.

Vom Befund zur Regelversorgung und den Festzusch├╝ssen

Jedem Befund ist eine Regelversorgung zugeordnet, um ÔÇ×die Funktionst├╝chtigkeit des Kauorgans wiederherzustellen oder seine Beeintr├Ąchtigung zu verhindernÔÇť. Es gibt rund 50 Einzelbefunde, die die Grundlage f├╝r die hieraus abgeleitete Regelversorgung sind.

Das ist die logische Herleitung der Festzusch├╝sse:

Befund              =>          Regelversorgung             =>              Festzuschuss

In Worten: Jedem Befund ist eine Regelversorgung zugeordnet und hieraus resultiert ein festgelegter Festzuschuss.

Und damit sich in Deutschland jeder zumindest die Regelversorgung leisten kann, ├╝bernimmt die Krankenkasse hierf├╝r einen Zuschuss in H├Âhe von 60 Prozent der Kosten. Den Rest muss man selbst bezahlen. Dieser Zuschuss kann sich durch den Bonus auf 70 Prozent oder 75 Prozent oder durch die H├Ąrtefallregelung auf 100 Prozent erh├Âhen (hierzu sp├Ąter mehr).

Die Regelversorgung wird im Zahnschema in der mittleren Zeile "R" f├╝r Regelversorgung eingetragen. 

Vom Zahnbefund zur Regelversorgung
Vom Zahnbefund zur Regelversorgung
2.4.

Kurzerkl├Ąrung der Regelversorgung

Da hier schon so oft das Wort ÔÇ×RegelversorgungÔÇť verwendet wurde und hiervon die H├Âhe des Festzuschusses abh├Ąngt, m├Âchten wir den Begriff kurz erkl├Ąren:

Die Regelversorgung ist die notwendige, ausreichende und wirtschaftliche Form des Zahnersatzes.

Es ist die einfachste Form es Zahnersatzes und wird h├Ąufig auch als Standardl├Âsung oder Grundversorgung bezeichnet. Sie ist also weder sch├Ân, noch komfortabel oder langlebig.

Typische Beispiele f├╝r die gesetzliche Regelversorgung sind:

  • Kronen oder Br├╝cken aus Metall ohne Verblendung oder nur mit Teilverblendung
  • Herausnehmbare Klammerprothese

F├╝r Patienten, die Wert auf eine hochwertige zahn├Ąrztliche Versorgung legen, ist diese Versorgungsform nicht zu empfehlen. 

3.

Wie hoch ist der Festzuschuss f├╝r Zahnersatz?

Die H├Âhe der Festzusch├╝sse wird j├Ąhrlich neu festgelegt und angepasst. Hierf├╝r verhandeln die Gremien der Krankenkassen mit den Vertretern der Zahn├Ąrzteschaft ├╝ber die Preise. Bei den Verhandlungen werden die aktuellen Preisentwicklungen, die Inflation und die Personalkosten in den zahnmedizinischen Betrieben ber├╝cksichtigt.

Im Ergebnis ist es so: Der Festzuschuss deckt 60 Prozent der statistischen Durchschnittskosten f├╝r die Regelversorgung ab.

Dieser Wert gilt deutschlandweit f├╝r alle Versorgungen in Form der Regelversorgung und deswegen bekommen alle gesetzlich Versicherten auch die gleichen Festzusch├╝sse.

3.1.

Die H├Âhe des Festzuschusses bleibt immer gleich

Es ist also egal zu welchem Zahnarzt Sie gehen, wo Sie gesetzlich versichert sind oder welche Behandlung Sie w├Ąhlen. Der Festzuschuss, den Sie f├╝r ihre Zahnersatzbehandlung bekommen, ist immer gleich.

Lassen Sie sich also von niemanden erz├Ąhlen, dass Sie hier oder dort h├Âhere Festzusch├╝sse von der Krankenkasse bekommen, wenn Sie wechseln oder dies oder das tun. Das geht nicht. Au├čer, es wird mit unlauteren Mitteln gearbeitet. 

3.2.

Das Prinzip der Festzuschussberechnung

Wir erkl├Ąren das Prinzip der Festzuschussberechnung an einem einfachen Beispiel. Angenommen, beim Patienten wird im Seitenzahnbereich der Befund ÔÇ×wwÔÇť (erhaltungsw├╝rdiger Zahn mit weitgehender Zerst├Ârung) festgestellt und er braucht zur Wiederherstellung der Kaufunktion eine Krone.

Die Krone in der Ausf├╝hrung einer Regelversorgung kostet (Zahnarzt + Dentallaborkosten) insgesamt deutschlandweit im Durchschnitt 365,97 Euro. Hiervon erhalten Sie einen Festzuschuss von 60 %, was 219,58 Euro sind. Diese Betrag entspricht der Festzuschussposition Nr. 1.1. Ohne diesen Festzuschuss m├╝ssten Sie also 365,97 Euro selbst bezahlen. Durch den Festzuschuss m├╝ssen Sie nur 146,39 Euro (365,97 Euro minus 219,58 Euro) selbst bezahlen.

4.

Das sind die befundorientieren Festzusch├╝sse der gesetzlichen Krankenkassen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit Wirkung zum 01. Januar 2005 Festzuschuss-Richtlinien beschlossen, in denen die Befunde festgelegt sind, f├╝r die Festzusch├╝sse gew├Ąhrt werden. Hierf├╝r wurden die Befunde in acht verschiedene Klassen eingeteilt. Im Folgenden stellen wir die die f├╝r die acht Klassen geltenden Festzusch├╝sse mit Erl├Ąuterung der dazugeh├Ârigen Befunde dar. 

Befundklasse 1: Erhaltungsw├╝rdiger Zahn

Die Befunde der Befundklasse 1 beschreiben die Befunde f├╝r einen erhaltungsw├╝rdigen Zahn. 

Festzuschuss Nr.Beschreibung Zahnfbefund
1.1Erhaltungsw├╝rdiger Zahn mit weitgehender Zerst├Ârung der klinischen Krone oder unzureichende Retentionsm├Âglichkeit, je Zahn
1.2Erhaltungsw├╝rdiger Zahn mit gro├čen Substanzdefekten, aber erhaltener vestibul├Ąrer und/oder oraler Zahnsubstanz, je Zahn
1.3Erhaltungsw├╝rdiger Zahn mit weitgehender Zerst├Ârung der klinischen Krone oder unzureichende Retentionsm├Âglichkeit im Verblendbereich (15-25 und 34-44), je Verblendung f├╝r Kronen (auch implantatgest├╝tzte)
1.4Endodontisch behandelter Zahn mit Notwendigkeit eines konfektionierten metallischen Stiftaufbaus mit herk├Âmmlichen Zementierungsverfahren, je Zahn
1.5Endodontisch behandelter Zahn mit Notwendigkeit eines gegossenen metallischen Stiftaufbaus mit herk├Âmmlichen Zementierungsverfahren, je Zahn

 

Befundklasse 2: Zahnbegrenzte L├╝cken mit h├Âchstens vier fehlenden Z├Ąhnen je Kiefer

Die Befunde der Befundklasse 2 l├Âsen nur dann einen Festzuschuss nach den Nrn. 2.1 bis 2.7 aus, wenn je Kiefer h├Âchstens vier Z├Ąhne fehlen und bei ansonsten geschlossener Zahnreihe keine Freiendsituation vorliegt (Regelversorgung: festsitzender Zahnersatz).

Festzuschuss Nr. Beschreibung Zahnfbefund
2.1Zahnbegrenzte L├╝cke mit einem fehlenden Zahn, je L├╝cke
2.2Zahnbegrenzte L├╝cke mit zwei nebeneinander fehlenden Z├Ąhnen, je L├╝cke
2.3Zahnbegrenzte L├╝cke mit drei nebeneinander fehlenden Z├Ąhnen, je Kiefer
2.4Frontzahnl├╝cke mit vier nebeneinander fehlenden Z├Ąhnen, je Kiefer
2.5An eine L├╝cke unmittelbar angrenzende weitere zahnbegrenzte L├╝cke mit einem fehlenden Zahn
2.6Disparallele Pfeilerz├Ąhne zur festsitzenden Zahnersatzversorgung, Zuschlag je L├╝cke
2.7Fehlender Zahn in einer zahnbegrenzten L├╝cke im Verblendbereich (15-25 und 34-44), je Verblendung f├╝r einen ersetzten Zahn, auch f├╝r einen der L├╝cke angrenzenden Br├╝ckenanker im Verblendbereich.

 

Befundklasse 3: Zahnbegrenzte L├╝cken, die nicht den Befunden nach den Nrn. 2.1 bis 2.5 und 4 entsprechen

Die Befunde der Befundklasse 3 sind ma├čgeblich, wenn mehr als vier Z├Ąhne je Kiefer fehlen oder eine Freiendsituation vorliegt. In diesen F├Ąllen ist herausnehmbarer Zahnersatz die Regelversorgung.

Festzuschuss Nr. Beschreibung Zahnfbefund
3.1Alle zahnbegrenzten L├╝cken, die nicht den Befunden nach Nrn. 2.1 bis 2.5 und 4 entsprechen, oder Freiendsituationen (L├╝ckensituation II), je Kiefer
3.2

a) Beidseitig bis zu den Eckz├Ąhnen oder bis zu den ersten Pr├Ąmolaren verk├╝rzte Zahnreihe,

b) einseitig bis zum Eckzahn oder bis zum ersten Pr├Ąmolaren verk├╝rzte Zahnreihe und kontralateral im Seitenzahngebiet bis zum Eckzahn oder bis zum ersten Pr├Ąmolaren unterbrochene Zahnreihe mit mindestens zwei nebeneinander fehlenden Z├Ąhnen,

c) beidseitig im Seitenzahngebiet bis zum Eckzahn oder bis zum ersten Pr├Ąmolaren unterbrochene Zahnreihe mit
jeweils mindestens zwei nebeneinander fehlenden Z├Ąhnen

 

Befundklasse 4: Restzahnbestand bis zu 3 Z├Ąhnen oder zahnloser Kiefer

Die Befunde der Befundklasse 4 beziehen sich auf den zahnlosen Kiefer oder auf einen Restzahnbestand von bis zu drei Z├Ąhnen je Kiefer. Bei den Befunden Nrn. 4.5 bis 4.9 handelt es sich um erg├Ąnzende Befunde. Der Patient hat zum Beispiel Anspruch auf einen zus├Ątzlichen Festzuschuss, wenn zur Versorgung die Notwendigkeit einer Metallbasis (Befund Nr. 4.5) oder einer St├╝tzstiftregistrierung (Befund Nr. 4.9) gegeben ist.

Festzuschuss Nr.Beschreibung Zahnfbefund
4.1Restzahnbestand bis zu 3 Z├Ąhnen im Oberkiefer
4.2Zahnloser Oberkiefer
4.3Restzahnbestand bis zu 3 Z├Ąhnen im Unterkiefer
4.4Zahnloser Unterkiefer
4.5Notwendigkeit einer Metallbasis, Zuschlag je Kiefer
4.6Restzahnbestand bis zu 3 Z├Ąhnen je Kiefer mit der Notwendigkeit einer dentalen Verankerung, wenn die Regelversorgung eine Kombinationsversorgung vorsieht, je Ankerzahn
4.7Verblendung einer Teleskopkrone im Verblendbereich (15-25 und 34-44), Zuschlag je Ankerzahn
4.8Restzahnbestand bis zu 3 Z├Ąhnen je Kiefer bei Notwendigkeit einer dentalen Verankerung durch Wurzelstiftkappen, je Ankerzahn
4.9Schwierig zu bestimmende Lagebeziehung der Kiefer bei der Versorgung mit Totalprothesen und schleimhautgetragenen Deckprothesen (Notwendigkeit einer St├╝tzstiftregistrierung), Zuschlag je Gesamtbefund

 

Befundklasse 5: L├╝ckengebiss nach Zahnverlust in F├Ąllen, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist

Die Befunde der Befundklasse 5 sind beim Zahnverlust in F├Ąllen ma├čgeblich, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist. Entscheidend f├╝r die Zuordnung zu den Befunden 5.1 bis 5.3 ist die Zahl der in dem zu versorgenden Gebiet fehlenden, nicht die Zahl der tats├Ąchlich zahntechnisch ersetzten Z├Ąhne. Eine Versorgung von fehlenden Z├Ąhnen liegt beispielsweise auch dann vor, wenn das zu versorgende Gebiet nur mit einem Kunststoffsattel (Basisteil) versehen wird.

Festzuschuss Nr.Beschreibung Zahnfbefund
5.1L├╝ckengebiss nach Verlust von bis zu 4 Z├Ąhnen je Kiefer in F├Ąllen, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist, je Kiefer
5.2L├╝ckengebiss nach Zahnverlust von 5 bis 8 Z├Ąhnen je Kiefer in F├Ąllen, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist, je Kiefer
5.3L├╝ckengebiss nach Verlust von ├╝ber 8 Z├Ąhnen je Kiefer in F├Ąllen, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist, je Kiefer
5.4Zahnloser Ober- oder Unterkiefer in F├Ąllen, in denen eine endg├╝ltige Versorgung nicht sofort m├Âglich ist, je Kiefer

 

Befundklasse 6: Wiederherstellungs- und erweiterungsbed├╝rftiger konventioneller Zahnersatz

Die Befunde der Befundklasse 6 sind ma├čgeblich, wenn die Wiederherstellung oder Erweiterung von konventionellem Zahnersatz (also nicht von Suprakonstruktionen) erforderlich ist.

Festzuschuss Nr.Beschreibung Zahnfbefund
6.0Prothetisch versorgtes Gebiss ohne Befundver├Ąnderung mit wiederherstellungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung ohne Notwendigkeit der Abformung und ohne Notwendigkeit zahntechnischer Leistungen, auch Auff├╝llen von Sekund├Ąrteleskopen im direkten Verfahren, je Prothese
6.1Prothetisch versorgtes Gebiss ohne Befundver├Ąnderung mit wiederherstellungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung ohne Notwendigkeit der Abformung, je Prothese
6.2Prothetisch versorgtes Gebiss ohne Befundver├Ąnderung mit wiederherstellungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Notwendigkeit der Abformung (Ma├čnahmen im Kunststoffbereich), auch Wiederbefestigung von Sekund├Ąrteleskopen oder anderer Verbindungselemente an dieser Versorgung, je Prothese
6.3Prothetisch versorgtes Gebiss ohne Befundver├Ąnderung mit wiederherstellungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Ma├čnahmen im gegossenen Metallbereich, auch Wiederbefestigung von Sekund├Ąrteleskopen oder anderer Verbindungselemente an dieser Versorgung, je Prothese
6.4Prothetisch versorgtes Gebiss mit Befundver├Ąnderung mit erweiterungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Ma├čnahmen im Kunststoffbereich, je Prothese bei Erweiterung um einen Zahn
6.4.1Prothetisch versorgtes Gebiss mit Befundver├Ąnderung mit erweiterungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Ma├čnahmen im Kunststoffbereich, je Prothese bei Erweiterung um jeden weiteren Zahn
6.5Prothetisch versorgtes Gebiss mit Befundver├Ąnderung mit erweiterungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Ma├čnahmen im gegossenen Metallbereich, je Prothese bei Erweiterung um einen Zahn
6.5.1Prothetisch versorgtes Gebiss mit Befundver├Ąnderung mit erweiterungsbed├╝rftiger herausnehmbarer-/ Kombinationsversorgung mit Ma├čnahmen im gegossenen Metallbereich, je Prothese bei Erweiterung um jeden weiteren Zahn
6.6Ver├Ąndertes Prothesenlager bei erhaltungsw├╝rdigem Teil-Zahnersatz, je Prothese
6.7Ver├Ąndertes Prothesenlager bei erhaltungsw├╝rdigem totalem Zahnersatz oder schleimhautgetragener Deckprothese, je Kiefer
6.8Wiederherstellungsbed├╝rftiger festsitzender rezementierbarer Zahnersatz, je Zahn
6.8.1Wiederherstellungsbed├╝rftiger festsitzender Zahnersatz, je Fl├╝gel einer Adh├Ąsivbr├╝cke
6.9Wiederherstellungsbed├╝rftige Facette/Verblendung (auch wiedereinsetzbar oder erneuerungsbed├╝rftig) im Verblendbereich an einer Krone, einem Sekund├Ąrteleskop, einem Br├╝ckenanker oder einem Br├╝ckenglied, je Verblendung
6.10Erneuerungsbed├╝rftiges Prim├Ąr- oder Sekund├Ąrteleskop, je Zahn

 

Befundklasse 7: Erneuerung oder Wiederherstellung von Suprakonstruktionen

Die Befunde der Befundklasse 7 sind anzuwenden, wenn die Erneuerung oder Wiederherstellung von Suprakonstruktionen erforderlich ist. So, wie der Versicherte bei der Erstversorgung mit Suprakonstruktionen einen Anspruch auf einen Festzuschuss hat, erh├Ąlt er auch bei der Erneuerung und Wiederherstellung von Suprakonstruktionen einen Festzuschuss. ist.

Festzuschuss Nr.Beschreibung Zahnfbefund
7.1Erneuerungsbed├╝rftige Suprakonstruktion (vorhandenes Implantat bei zahnbegrenzter Einzelzahnl├╝cke), je implantatgetragene Krone
7.2Erneuerungsbed├╝rftige Suprakonstruktion, die ├╝ber den Befund nach Nr. 7.1 hinausgeht, je implantatgetragene Krone, Br├╝ckenanker oder Br├╝ckenglied, h├Âchstens viermal je Kiefer
7.3Wiederherstellungsbed├╝rftige Suprakonstruktionen (Facette), je Facette
7.4Wiederherstellungsbed├╝rftiger festsitzender rezementierbarer oder zu verschraubender Zahnersatz, je implantatgetragene Krone oder Br├╝ckenanker
7.5Erneuerungsbed├╝rftige implantatgetragene Prothesenkonstruktion, je Prothesenkonstruktion
7.6Erneuerungsbed├╝rftige Prothesenkonstruktion bei atrophiertem zahnlosem Kiefer, je implantatgetragenem Konnektor als Zuschlag zum Befund nach Nr. 7.5, h├Âchstens viermal je Kiefer
7.7Wiederherstellungsbed├╝rftige implantatgetragene Prothesenkonstruktion, Umgestaltung einer vorhandenen Totalprothese zur Suprakonstruktion bei Vorliegen eines zahnlosen atrophierten Kiefers, je Prothesenkonstruktion
5.

Unsere Kritik am Festzuschusssystem

Im Vergleich zur fr├╝heren prozentualen Bezuschussung ist das Festzuschusssystem gerechter. Das hei├čt aber nicht, dass es besser geworden ist. Mit der Einf├╝hrung der Festzusch├╝sse m├╝ssen die Patienten vor allem mehr bezahlen. Die steigenden Kosten der zahnmedizinischen Versorgung werden durch das neue Festzuschusssystem viel st├Ąrker auf die Patienten abgew├Ąlzt. 

5.1.

Die Festzusch├╝sse decken nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ab

Die Festzusch├╝sse stellen im Vergleich zu den tats├Ąchlichen Behandlungskosten nur einen Tropfen auf den hei├čen Stein dar. Die Bezuschussung ist nur im Bereich der sehr einfachen Regelversorgung sp├╝rbar. Wer sich aber f├╝r hochwertige Versorgungen der gleich- und andersartigen Versorgung entscheidet wird sehr schnell feststellen, dass die Festzusch├╝sse nur 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Die Kosten f├╝r hochwertige Versorgungen steigen im Vergleich zur j├Ąhrlichen Anpassung der Festzusch├╝sse viel schneller und erh├Âhen dadurch fortlaufend den Eigenteil der Patienten. Das mag politisch zwar so gewollt sein, aber die L├╝cke klafft mittlerweile doch echt stark auseinander.

5.2.

Das Festzuschusssystem ist f├╝r den Patienten nicht zu verstehen

Wir haben schon mit tausenden Patienten ├╝ber die Bezuschussung der Krankenkassen in Form der Festzusch├╝sse gesprochen und wir d├╝rfen Ihnen versichern, dass noch nicht ein einziger Patient in der Lage war, sich die Festzusch├╝sse selbst auszurechnen. Ohne zahn├Ąrztlichen Fachverstand ist das praktisch unm├Âglich, denn Patienten m├╝ssten hierf├╝r aus dem Zahnbefund die Regelversorgung ableiten k├Ânnen und dann die Festzusch├╝sse richtig anwenden. Dieses Vorhaben ist ohne zahn├Ąrztlichen Sachverstand unm├Âglich. Selbst viele Zahn├Ąrzte oder zahnmedizinische Fachangestellte k├Ânnen das nicht. Alle verlassen sich auf die zahn├Ąrztliche Praxissoftware, die das zum Gl├╝ck fehlerlos kann. Mag ja in Ordnung sein, aber sch├Ân w├Ąre es trotzdem, wenn man die Zusch├╝sse auch selbst nachvollziehen k├Ânnte. 

6.

Erh├Âhung des Festzuschusses durch den Bonus

Wichtig, der befundorientierte Festzuschuss bleibt immer gleich! Immer! Der Zuschuss der Krankenkasse kann sich aber durch den Bonus erh├Âhen, wenn das Bonusheft durch regelm├Ą├čige Zahnarztbesuche f├╝r 5 oder sogar 10 Jahre l├╝ckenlos gef├╝hrt wurde.

Durch regelm├Ą├čige Kontrollbesuche beim Zahnarzt erh├Âht sich der Festzuschuss durch den Bonus nach 5 Jahren von 60 Prozent auf 70 Prozent und nach 10 Jahren auf 75 Prozent.

7.

H├Ąrtefallregelung f├╝r Zahnersatz erh├Âht den Festzuschuss

Menschen, die wenig Einkommen zur Verf├╝gung haben (z. B. Empf├Ąnger von B├╝rgergeld, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung), werden durch die Versichertengemeinschaft besonders unterst├╝tzt. F├╝r diese Gruppe wird der Festzuschuss von 60 Prozent auf 100 Prozent erh├Âht, wodurch der Zahnersatz in Form der Regelversorgung zuzahlungsfrei wird.

Den Begriff ÔÇ×doppelter FestzuschussÔÇť gibt es nicht mehr, seitdem die Festzusch├╝sse grunds├Ątzlich von 50 Prozent auf 60 Prozent der Regelversorgung angehoben wurden. 

8.

Gesamtkosten minus Festzuschuss und Bonus ist der Eigenanteil

Der Festzuschuss reduziert die Gesamtkosten und es verbleibt der Eigenanteil f├╝r den Versicherten. Sie finden diese Kalkulation auf ihrem Heil- und Kostenplan unter dem Punkt IV:

Festzuschuss und Bonus reduzieren die Zahnersatzkosten
Festzuschuss und Bonus reduzieren die Zahnersatzkosten

Die eingekreisten ÔÇ×70 %ÔÇť zeigen, dass sich der Festzuschuss von 60 Prozent auf 70 Prozent erh├Âht, weil der Patient 5 Jahre l├╝ckenlos sein Bonusheft gepflegt hat. 

9.

Welchen Festzuschuss bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

Alle gesetzlich Krankenkassen leisten den gleichen Festzuschuss f├╝r Zahnersatz. Ganz egal ob sie bei der AOK, IKK, BKK, Barmer, Techniker Krankenkasse oder DAK versichert sind. 

10.

Wie hoch ist der Festzuschuss bei Implantaten?

Die Festzusch├╝sse richten sich nicht nach der gew├Ąhlten Therapie, sondern nach dem vorhandenen Zahnbefund. Wenn Sie eine Implantatversorgung w├Ąhlen, bekommen Sie genau den gleichen Festzuschuss, als w├╝rden Sie sich f├╝r eine Br├╝ckenversorgung entscheiden.

Wir greifen diese Frage nur deshalb auf, weil diese allgemeing├╝ltige Tatsache manchmal f├╝r irref├╝hrende Werbung verwendet wird, wo damit geworben wird, dass es ein Alleinstellungsmerkmal ist, wenn hier oder dort auch Implantate bezuschusst werden. Das ist der Normalfall.

11.

Auch das Setzen der Implantate wird bezuschusst

Viele Menschen denken, dass das Setzen der Implantate nicht bezuschusst wird, weil es eine reine Privatleistung beim Zahnarzt ist. Das ist aber falsch. Auch die Implantation wird bezuschusst, man muss aber ber├╝cksichtigen, dass es sich bei einer Implantatbehandlung um einen zweistufigen Prozess handelt, wo zuerst das Implantat gesetzt wird und dann sp├Ąter die Zahnersatzversorgung folgt.

Der Zuschuss erfolgt erst, wenn im zweiten Schritt der Zahnersatz bei der Krankenkasse beantragt wird. Erst dann erscheint der Festzuschuss einem Kostenvoranschlag. Das hei├čt aber nicht, dass der Festzuschuss nur f├╝r den zweiten Teil der Behandlung gew├Ąhrt wird, sondern er wird dort nur erst sichtbar.

Das ist jetzt aber nur eine Kleinigkeit. Wir denken, wir k├Ânnen alle damit leben, wenn Patienten meinen, dass es f├╝r die Implantation keinen Zuschuss gibt und dieser Zuschuss sp├Ąter nur f├╝r den Zahnersatz gew├Ąhrt wird. Im Ergebnis ist es n├Ąmlich egal. Es wird der Befund bezuschusst und nicht die Behandlung, auch wenn sie in zwei Schritten erfolgt. 

12.

Fazit

H├Ąufige Fragen
Der Festzuschuss h├Ąngt vom Zahnbefund des Patienten ab und deckt 60 Prozent der Regelversorgung f├╝r Zahnersatz. Je nach Zahnbefund ver├Ąndert sich der Festzuschuss. Grob gesagt ist es so, dass der Festzuschuss umso h├Âher ist, umso mehr Z├Ąhne fehlen.
F├╝r Menschen mit einem geringerem Einkommen wird der Festzuschuss von der Krankenkasse von 60 Prozent auf 100 Prozent erh├Âht, damit die Regelversorgung zuzahlungsfrei ist. Wobei es den Begriff "Verdoppelung des Festzuschuss" nicht mehr gibt, seitdem die Festzusch├╝sse generell von 50 Prozent auf 60 Prozent angehoben wurden.
Das kann man nicht pauschal sagen, weil der Festzuschuss nicht von der Behandlung (Implantate) abh├Ąngt, sondern vom Zahnbefund des Patienten. Je nachdem, wieviele Z├Ąhne fehlen, ver├Ąndert sich auch der Festzuschuss. Und der ist gleich, unabh├Ąngig davon, ob der Patient Implantate bekommt oder sich f├╝r eine Br├╝cke entscheidet.
Der Festzuschuss ist bei jeder Krankenkasse gleich. Er ist gesetzlich festgelegt. Es macht keinen Unterschied, ob Sie bei einer AOK, der Techniker oder Barmer versichert sind.
Quellenangaben zum Artikel
  1. Festzuschuss-Kompendium URL ├Âffnen (aufgerufen am 06.06.2024)
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss - Festzuschuss Richtlinie URL ├Âffnen (aufgerufen am 06.06.2024)
Portrait von Holger Lehmann
Der Autor
Holger Lehmann hat die 2te-ZahnarztMeinung im Jahre 2005 gegr├╝ndet. Er befasst sich von morgens bis abends mit den Preisen der zahn├Ąrztlichen Versorgung. Seinen Erfahrungsschatz zieht er aus hunderttausenden von durchgef├╝hrten Auktionen aus ganz Deutschland. Durch das Auktionsportal erh├Ąlt er einen tiefen Einblick in die Geb├╝hrenkalkulation der Zahn├Ąrzte und schreibt hier f├╝r Patienten, damit diese die Zusammenh├Ąnge verstehen und nutzen k├Ânnen.
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