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GOZ 7080: Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden laborgefertigten Provisorium im indirekten Verfahren

GOZ 7080: Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden laborgefertigten Provisorium im indirekten Verfahren

Im Abschnitt H „Eingliederung von Aufbissbehelfen und Schienen“ der GebĂĽhrenordnung fĂĽr Zahnärzte (GOZ) befindet sich die GOZ-Position 7080. Inhalt der Leistung ist die Versorgung eines Kiefers mit einem festsitzenden Provisorium, was auch die Vorpräparation mit einschlieĂźt, wobei ein indirektes Verfahren zum Einsatz kommt. Die Leistung darf je Zahn oder je Implantat einmal abgerechnet werden. Auch die anschlieĂźende Entfernung ist Teil der Leistung. 

Für die Gebührenfestsetzung sind der Punktwert von 5,62 Cent, die Punktzahl 600 und der Steigerungsfaktor von Relevanz. Rechnet der Arzt die Leistung im Einfachsatz ab, so darf er 33,75 € je Zahn bzw. Implantat berechnen. Üblich ist jedoch die Abrechnung des 2,3-fachen Satzes, der einen durchschnittlichen Arbeitsaufwand ausdrückt. In diesem Fall belaufen sich die kosten auf 77,61 €

In der GOZ werden verschiedene Faktoren genannt, die zu einem Mehraufwand führen können, wie zum Beispiel eine eingeschränkte Mundöffnung. In diesem Fall dürfen über den Steigerungsfaktor 3,5 bis zu 118,11 € abgerechnet werden.

Zahnärztliches Honorar für GOZ 7080 Versorgung eines Kiefers

Die GOZ-Positionen 7080 und 7090 dĂĽrfen nur dann abgerechnet werden, wenn das festsitzende laborgefertigte Provisorium ein Langzeitprovisorium ist. Dessen Tragezeit muss mindestens drei Monate betragen.

Die Gebühren für GOZ 7080 ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Punktwert, der Punktzahl 600 und dem Steigerungsfaktor. Berechnet werden sie mithilfe der Formel: 0,0562421 Euro x 600 x Steigerungsfaktor. Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede zwischen Einfachsatz und Höchstsatz.

Faktor

1-facher Satz

2,3-facher Satz

3,5-facher Satz

Kosten

33,75 €

77,61 €

118,11 €

Die Gebührenziffer 7080 darf auch dann in Rechnung gestellt werden, wenn ein festsitzendes Provisorium erneut wiedereingegliedert wird. Sollte sich das Provisorium mehrfach lösen, so ist dies auch mehrfach berechnungsfähig. Die anschließende Entfernung ist mit der Berechnung von GOZ 7080 bereits abgegolten.

Erläuterungen zu GOZ 7080

Ein festsitzendes und im Labor gefertigtes Provisorium kann zum Beispiel eingesetzt werden, um die Wartezeit bis zu einem Zahnersatz zu überbrücken oder Implantate zu versorgen. Sobald das Provisorium mindestens drei Monate im Einsatz bleiben soll, ist von einem Langzeitprovisorium die Rede. Ein solches darf der Zahnarzt nach GOZ 7080 abrechnen. Abgegolten sind damit auch die Vorbereitung, das Einsetzen und die spätere Entfernung. Je Zahn bzw. Implantat darf die Position einmal in Rechnung gestellt werden.

Angezeigt ist die Behandlung zum Beispiel, wenn eine Veränderung der Bisslage eingetreten ist. Auch bei einer neu eingestellten Bisslage oder der Versorgung nach einer Extraktion kommt GOZ 7080 zur Anwendung.

Steigerungsfaktoren von GOZ 7080

In der Gebührenordnung sind verschiedene Beispiele genannt, die für einen Mehraufwand des Zahnarztes sorgen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Elongationen oder Kippungen von Zähnen zu beobachten sind. Auch eine erschwerte Relationsbestimmung erhöht den Zeitaufwand der Behandlung und macht dadurch die Berechnung von Steigerungsfaktoren möglich.

Höhere Sätze zwischen 2,4 und 3,5 dürfen auch dann in Rechnung gestellt werden, wenn eine erschwerte Retention aufgrund von klinisch kurzen Kronen vorliegt. Auch Bruxismus gilt hierfür als stichhaltige Begründung. Hierbei handelt es sich um ein weit verbreitetes Phänomen, welches umgangssprachlich auch als Zähneknirschen bezeichnet wird.

GOZ-Positionen neben GOZ 7080 Versorgung eines Kiefers

In der Mehrheit der Fälle ist GOZ 7080 nicht die einzige Position, die dem Patienten in Rechnung gestellt wird. Ein häufiges gemeinsames Vorkommen ist mit folgenden Gebührenziffern zu beobachten:

  •  GOZ 0070: VitalitätsprĂĽfung eines Zahns
  • GOZ 2030: Besondere MaĂźnahme beim Präparieren
  • GOZ 2260 ff.: Sofortprovisorien
  • GOZ 4000 ff.: Parodontale Behandlungen
  • GOZ 5170: Abformung mit einem individuellen Löffel
  • GOZ 7030 ff.: Veränderung von Aufbissbehelfen
  • GOZ 2197: Adhäsive Befestigung
  • GOZ 8000 ff.: FAL/FTL

Führt der Zahnarzt mehrere Leistungen dieser Art durch, so kann er sie gemeinsam in Rechnung stellen, um seinen Arbeitsaufwand in angemessener Weise zu honorieren. Einzig Leistungen nach den Nummern 2230, 2240, 5050 und 5060 sind neben GOZ 7080 nicht berechnungsfähig.

Die analoge BEMA-Position fĂĽr GOZ 7080

Diese Bestimmungen der GOZ sind nur für die Behandlung von Kassenpatienten von Relevanz. Allerdings findet sich im BEMA-Katalog keine analoge Position, welche für die Behandlung von Kassenpatienten herangezogen werden könnte.

GOZ-Nummern
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